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Willkommen bei den schönen Büchern


Unsere Neuerscheinungen


WAS WIR LESENNicole_Lichtungen.JPG
Die Kindheit ist ein dunkler Wald mit Lichtungen aus Nähe und Freundschaft

In der rückwärts erzählten Geschichte Lichtungen von Iris Wolff begegnen wir zwei jungen, stillen und klugen Menschen, Lev und Kato. In einem Land, in dem die Menschen unter den sozialistischen und diktatorischen Bedingungen leiden, sind die beiden schicksalhaft miteinander verbunden. Sie gehen einen Weg der Identitätssuche miteinander: Für Lev geht es vor allem um die Frage der Zugehörigkeit und die Infragestellung seiner Heimat, da er sowohl rumänische als auch deutsche (siebenbürgische) Vorfahren hat und er sehr oft Ablehnung erlebt. Kato sucht nach Freiheit und künstlerischer Entfaltung.
Nach dem Ende des Sozialismus trennen sich die Wege der beiden zunächst, denn Kato geht weg aus ihrem Dorf. Die schon früher in manchen Phasen fragile Verbindung hätte nun auch reißen können, aber ihre Freundschaft stellt sich als durchhaltefähig heraus.

Iris Wolff besitzt die Gabe, sehr leise und zart zu schreiben und hat dennoch oder gerade deswegen einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Nicole Duplois versucht, sich noch mehr Zeit fürs Lesen freizuhalten und wirkt in der Herstellungsabteilung an verschiedenen Ecken und Enden mit.

WAS WIR LESENMichael_Trophäe.JPG
Gaea Schoeters: Trophäe

Afrika: riesiges Naturreservat, Vergnügungspark für Touristen, die Luxus und Abenteuer suchen. Gaea Schoeters stellt klar, dass hier nicht nur wilde Tiere beheimatet sind. Hier leben insbesondere Menschen unter Umständen, die ihnen auch durch Kolonialismus und kapitalistische Wirtschaftspraktiken aufgezwungen sind. Westliche Moralvorstellungen und ein von Individualismus geprägter Lebensstil stehen dort auf dem Prüfstand. Das führt sich auch Hunter White, ein passionierter amerikanischer Großwildjäger vor Augen. Dennoch geht er einen teuflischen Pakt ein: er jagt nicht nur die „Big Five“, sondern nun auch einen indigenen Afrikaner. Dessen Stammesführer bieten Hunter einen der ihren als Freiwild an, um sich dafür das Studium für einen anderen finanzieren zu lassen. Eine Parabel zur Großwildjagd: ein Tier zum Abschuss freigeben, damit die Art überleben kann.

Die Geschichte ist spannend erzählt, die kenntnisreichen Naturbeschreibungen sind beeindruckend.  Dennoch ist es die moralische Widersprüchlichkeit, die die Bedeutung dieses Buches ausmacht und die mich mit ambivalenten Gefühlen zurücklässt.

Michael Lübbecke, als Controller mit Gespür für Zahlen, Daten und Fakten, kann sich auch für anspruchsvolle und unterhaltende Literatur begeistern.

WAS WIR LESENMaria_Yellowface.JPG
Von einer „nie dagewesenen literarischen Zusammenarbeit“ – Rebecca F. Kuangs Yellowface

Nachdem mich Babel von Rebecca F. Kuang schon begeistern hat, war Yellowface ein absolutes Muss für meine Titelvorstellung im 3. Quartal.

Eine gefeierte Autorin stirbt – die einzige Zeugin: ihre scheinbar „beste Freundin“ und erfolglose Schriftstellerin, die kurzerhand das neuste Manuskript der Toten stiehlt. June redet sich ein, in Athenas Sinne zu handeln. Als sie Die letzte Front – eine Geschichte über die Heldentaten chinesischer Arbeiter im Ersten Weltkrieg – überarbeitet und veröffentlicht, feiert sie einen Riesenerfolg.

Kuangs Erzählung aus der Täterperspektive bietet einen außergewöhnlichen Einblick. Denn June rechtfertigt sich in ihren inneren Monologen immer wieder vor moralischen Fragen und manövriert sich damit in die Opfer-Rolle.

Yellowface ist ein fesselnder Roman, der die Themen Rassismus, Freundschaft, geistiges Eigentum, künstlerische Freiheit und Cancel Culture gekonnt, unterhaltsam und bisweilen skurril aufgreift und gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen der Buchbranche erlaubt.

Maria Voßhagen macht ihren Master in Deutscher Literatur und werkelt normalerweise nebenbei beim Digitalteam der Büchergilde mit, macht aber gerade einen kleinen Ausflug in die Programmabteilung.

Unsere Bestseller im Juni


Besondere Empfehlungen


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Zum Weltumwelttag

Anlässlich des Weltumwelttags empfehlen wir Ihnen Das Klimabuch von Esther Gonstalla. In 50 Grafiken sind komplexe Zusammenhänge und wissenschaftliche Daten zur globalen Erwärmung leicht verständlich dargestellt. Ein Buch für alle, die nicht nur begreifen, sondern auch handeln wollen.

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Glauser 2024 für Joachim B. Schmidt

Wir gratulieren Joachim B. Schmidt zum Glauser-Preis 2024. Kalmann und der schlafende Berg wurde darin als bester Kriminalroman ausgezeichnet. In der Beurteilung der Jury heißt es: „Mit Eigenwilligkeit, Witz und Sprachgewalt verknüpft Joachim B. Schmidt in 'Kalmann und der schlafende Berg' die merkwürdigsten Zusammenhänge. Kalmann verurteilt nicht, er sieht die Dinge, wie sie sind. Damit ist er in vielerlei Hinsicht gescheiter als wir. Ein packend grandioser Kriminalroman, nicht moralisierend, humorvoll.

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Zum 150. Geburtstag von Karl Kraus

Am 28. April wäre Karl Kraus 150 Jahre alt geworden. In seiner großen Biografie Karl Kraus. Der Widersprecher holt Jens Malte Fischer den Schriftsteller und Satiriker zurück in die Gegenwart. Das Buch zeigt Persönlichkeit und Werk, Freund- und Feindschaften, Sprüche und Widersprüche eines der größten Schriftsteller in seiner Zeit und darüber hinaus.

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Übersetzungspreis für Ki-Hyang Lee

Wir gratulieren Ki-Hyang Lee zum Preis der Leipziger Buchmesse 2024 in der Kategorie Übersetzung für ihre Arbeit an Der Fluch des Hasen von der südkoreanischen Autorin Bora Chung! In der Begründung der Jury heißt es: „Ki-Hyang Lee hat Chungs bizarre Kurzgeschichten in eine pointierte und leicht neben die Norm gesetzte deutsche Prosa gebracht, die dem Absurden und Unheimlichen im Deutschen eine angemessen eigenartige Form gibt.“

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Sparda Krimipreis 2024 für Andreas Pflüger

Im Rahmen der Stuttgarter Kriminächte erhält Andreas Pflüger den mit 5.000 Euro dotierten Sparda Krimipreis. Ausgezeichnet wird er für seinen Thriller Wie Sterben geht. „Der Kinofan und Drehbuchautor Pflüger erzählt mit perfektem Timing, mit absoluter Stilsicherheit und vor allem mit einem spürbaren Spaß daran, seine vertrackte Spionagegeschichte wie einen Hollywood-Blockbuster aussehen zu lassen“, so die Jury. Wir gratulieren Andreas Pflüger herzlich zu dieser Auszeichnung!

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Börne-Preis 2024 für Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann erhält den Börne-Preis 2024. In der Begründung der Preisrichterin Felicitas von Lovenberg heißt es: „Daniel Kehlmann ist ein virtuoser wie subtiler Erzähler von Parallelwirklichkeiten.“ Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 09. Juni in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Wir gratulieren Daniel Kehlmann ganz herzlich zu dieser Auszeichnung!

Weltempfänger Bestenliste - Sommer 2024 (Nr. 63)